Je mehr biographische Details in den Fotos sind, desto mehr zieht es einen in den Abgrund
Es ist die Wucht der Melancholie
Man denkt es ging einem gut, damals – nur weil man auf dem Foto gelacht hat
Das ist natürlich falsch , denn es ging einem natürlich extrem schlecht, so schlecht, dass man meinte, lachen zu müssen, nur weil irgendein Ignorant glaubte von einem ein Foto machen zu müssen
Nichts fucked einen mehr ab als diese alten Fotos zu betrachten
Das schlimmste ist, wenn man von jemandem gezwungen wird auf seinem Handy alte Fotos anzuschauen
Und dann auf diese Zumutung auch noch reagieren zu müssen, z.b. zu lachen oder zu sagen:‘ Ach damals ‚
Der erste Instinkt ist natürlich auf dem Absatz um zu drehen und sich zu Hause ein für alle Mal weg zu schließen
Wie irr muss man sein, um seine eigene Vergangenheit auf Fotos zu betrachten
Nur der völlig verblödete Mensch denkt sich dann auch noch: ‚Ach damals wie schön das war!‘ – – obwohl hinter der Fassade des Fotos natürlich die totale biographische Katastrophe hervor lugt!
Hinter jedem Fotolachen steckt natürlich eine Mischung aus Leere, Dummheit, Ratlosigkeit, Verzweiflung und dem alles dominierenden Gefühl der totalen Ausweglosigkeit
Die Linse der Kamera zwingt einen alles was man weiß zu verleumden, sich selbst, den Anderen und überhaupt die ganze Welt
Nicht dass die Welt besser wär als ihre Fotos
Das wäre natürlich ein Irrtum
Wenn ich die Wahl hätte zwischen der echten Welt einerseits oder ihren Fotos andererseits – dann würde ich immer die Fotos wählen